Das Auf-dem-Land Firstlight von Ralph's neuem 12-Zöller

Montag, den 19. Januar 2026 - südlich von München.

Ich übernehme hier -bis auf die Kapitelüberschriften-, (fast) komplett den Beitrag von Ralph, und gebe ihm gleich das Wort:


Vorab ein paar Sätze zum Fernrohr

"Ziel des Fernrohrbaus war ein Transport ganz ohne Schlepperei, mit einfachem Aufbau ohne Werkzeug und, ganz besonders
wichtig, mit der Aussicht damit auch in den anstehenden 70igern noch gut damit beobachten zu können.

Der 12" f5 Dobson ist daher als kompromissloser Leichtbau gemacht. Im wesentlichen habe ich 2mm Sperrholzsandwich mit
Styrodurkern und Aluminium verwendet und habe versucht so leicht wie irgend möglich zu bleiben, ohne Carbon verwenden
zu müssen. Und heraus gekommen sind am Ende 9,36 kg Gesamtgewicht. Da sind eine recht große, geteilte Abschirmung mit
Schaumstoff und Stoffbahnen am Hutring und Spiegelkasten, ein Gummizug zum Ausgleich schwerer 2" Okulare und selbst
gemachte Heizstreifen für den Sucher und das Okular schon enthalten. Das ist natürlich sehr spannend so eine Gerät zum
ersten Mal unter einen brauchbaren Himmel zu bringen!"

Der 12-Zoll Dobson: Ralph baut auf ...

... und wartet auf die Nacht

Die Exkursion

Ralph fährt fort:

"Das ist die erste Exkursion mit dem 12-Zoll, und Ben ist dabei. In das Auto habe ich das Teleskop dann doch nicht unmontiert hineingelegt,
da hätte ich der Sicherheit wegen das Gepäcknetz installieren müssen. Da ist die Demontage des Tubus doch schneller. Außerdem habe die
schicke, rote Decathlon Daunenjacke mitgenommen, um diese etwas zu testen.

Die Bedingungen sind nicht so transparent, aber wir können gut was anschauen. Ben ist mit der Bedienung des 12-Zoll zufrieden und ich
selbst auch. Nur bei tiefer Stellung rutscht das Gerät noch aus den Schienen, weil eine Führung an der Rockerbox fehlt. Immerhin kommt
die Wintermilchstraße zum Vorschein, soweit passt es mal.

Ben ...


... und Ralph am Okular




Ben hat die Objekte zusammengefasst, und ich habe teils noch etwas Kommentar zugefügt:

M38 & 1907, Nebel 1931 mit Sternen drin, M36, M37
M35 & 2158 (gut aufgelöst), h+Chi mit farbigen roten Überriesen
2169 ("37"-Haufen, der ist super hübsch!) & 2194 (dichter Haufen) Plejaden mit Meropenebel; M42; M1
M31 mit 1.Staubband (mit wenig Kontrast, aber ausgedehnt) & Begleiter
M76 schön doppelt & strukturiert (die beiden Loben sind in der Helligkeit deutlich unterschiedlich)
Jupiter (nicht lohnend, da schlechtes Seeing)

2244 mit Rosettennebel, dort gibt es schon Struktur zu sehen. Ich glaubte einen Kanal zu erkennen, an einen hellen Fleck grenzend,
der die ganze Breite des Ringes durchmisst. Ohne Zeichnung ist da keine weitere Aussage, ob das real ist, möglich.

Einige Bilder mit 7mm Fishey und dem Cirularem Fisheye werden gemacht, eine Einweihungsexkursion braucht halt ein paar Aufnahmen
- da war vom Polarlicht noch nichts nichts zu sehen. Bei der Rückfahrt misst das Auto -2.5°C."

Fisheye-Blick



Wieder zuhause gab es intensive Nordlichter

Ralph notiert:

"Ich komme gerade nach Hause, packe aus und esse was! Nun ich habe vor das Polarlichtforum aufzurufen, weil ein CME unterwegs ist.
Da ruft Frank um 22h14 vom Alpenrand an und sagt dass extrem helles Polarlicht ist. Ich gehe unter das Dach. Und ich sehe deutliches Rot
über dem Nordhorizont.

Ralph's Polarlichter


Meine erste Aufnahme ist von 22h45. Kurz darauf kommen einzelne grüne Streifen, die innerhalb von vielleicht 3 Sekunden auf maximale
Helligkeit gehen und sofort wieder verschwinden. Eine solche Struktur, nahezu parallel zum Horizont auf ca 30 Grad Höhe und vielleicht
20 Grad lang wird extrem hell im Nordwesten, ich vermute, dass das hell genug ist, um die Gegend etwas zu beleuchten. ich sehe, wie bei
den anderen Streifen, ein Grünweiss, die Farbe völlig unmissverstandlich! Mit dem Handy erwische ich die ganz hellen Streifen nicht, das
geht alles zu schnell. Dann ebbt das Nordlicht ab. Meine letzte Aufnahme ist von 22h38, wo das Handy kaum noch was zeigt. Ich schaue
ab und zu im Garten, bis 1h40, sehe aber nichts mehr. Schlafe bis 2h20 und schaue raus, da ist nichts, die Bz jetzt schon lange im positiven
Bereich, ich gehe schlafen. Hätte ich bloß vor Franks Anruf nicht so rumgesandelt."

Zurück zu mir:

Ralph's Anruf zwecks der Nordlichter erreichte mich in der Tram, und ich konnte auf einer Wiese nicht weit von daheim noch ein bisserl
rotes und grünes Leuchten erhaschen. Den besten Teil hatte ich allerdings komplett verpasst, das wurde mir klar, als ich dort mit einer Frau
ins Gespräch kam: Sie zeigte mir am Handy sehr helle grüne Streifen, die vielleicht zehn Minuten vorher Teile des Himmels mit schnellen
Änderungen auffällig erleuchtet hatten. Mei so geht's, die tollen Polarlichter vom Mai 2024 hatte ich am Auerberg voll miterlebt, diesmal
sind sie mir ausgekommen: Das war wohl ein zwar kurzes, in der Spitze -wegen der schnellen Bewegungen & großer Helligkeit vor allem
der grünen Anteile-, aber noch größeres Spektakel !

Zum Abschluss noch ein Wort zu unserer Beobachtung: Eine sehr schöne Aktion, da hat sich der Ralph ein echt feines Gerät gebaut :)


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